Planungsgespräch (Architektengespräch)

Gestern war es soweit. Frau A. von FingerHaus kam so gegen 10.15 Uhr aus Frankenberg angereist um alles notwendige für die zukünftigen Ausführungsplanungen mit uns durchzugehen.

Angefangen haben wir mit der Lage des Hauses auf dem Grundstück. Dazu kam ein auf 1:250 vergrößerte Grundstückszeichnung des vom Katasteramt erhaltenen Lageplans zum Einsatz. Dieser Teil verlief ganz nach unseren Vorstellungen, da wir im Vorfeld schon desöfteren eigene Zeichnungen mit Haus- und Garagenlage auf unserem Grundstück angefertigt hatten. Hier mal eine schnell skizzierte Version von mir:

Hauslage - Grundstück

Danach sind wir zum Grundstück gefahren und haben uns die ganze Sache vor Ort angesehen. Fr. A. hat dann gleich ihr Nivelliergerät ausgepackt und unser Grundstück nivelliert. Das Grundstück ist also mit Südwest-Nordost-Gefälle. D.h. vom rechten unteren Punkte des Grundstücks bis zum linken oberen Punkt (siehe obige Zeichnung) haben wir ca. 2,80 m Gefälle. Leider wurde uns erst jetzt so richtig bewusst wie die Bauvorschriften richtig zu deuten sind und was das Gefälle in unserem Grundstück wirklich für uns – nach aktuellem Stand – bedeuten würde. Wir haben in den Bauvorschriften eine Wandhöhe von 6,00 m ab Oberkante natürliches Gelände bei zwei Vollgeschossen stehen. Das bedeutet, dass wir die 6,00 m ab Erdgeschoss bis Schnittpunkte Wand/Dach (Oberkante Dachziegel) haben dürfen. Dieses Maß hat das Medley 300 als Stadtvilla bereits im Grundzustand. Das bedeutet auch, dass wir nach aktuellem Stand mit dem Keller im Süden keinen cm rausdürfen und grundstücksseitig sozusagen voll im „Loch“ sitzen. Verschlimmernd kommt hinzu, dass links neben unsem Grundstück ein Fußgängerweg läuft, welchen die Gemeine mal ein wenig aufgeschüttet hat. Jetzt könnten uns sowohl die Fußgänger links und die Leute von der Straße mal eben in unser Haus von oben herab reinwinken. Des weiteren sind wir natürlich nicht vor Wassereinbrüchen gefeit. Und zu guter letzt hat unser nördlicher Nachbar auf Grund der Angst vor Wasser mal kurzerhand eine knapp 95 cm hohe Betonmauer hingestellt. Wenn wir nun also aus unserem gerade mal ca. 75 cm rausragenden Keller im nördlichen Teil des Grunstücks aus dem Fenster sehen, sehen wir nichts als einen tollen Betonsockel!!!

Zur besseren Veranschaulichung habe ich auch mal eine kleine Zeichnung angefertigt. Die leicht grün hinterlegte Linie ist in etwa das natürliche Gelände und die rötlich angefärbte Linie dürfte in etwa dem Fußgängerweg entsprechen.

Wie schon erwähnt – wir sitzen richtig in einem „Loch“.

Schnittzeichnung Grundstück und Hausaufbau

Wir hoffen nun auf ein Einsehen des Bauamts, dass uns hoffentlich nicht so da unten versauern lassen wird. Dafür wird FingerHaus die Pläne nun vorerst so zeichnen, dass es dem Optimum für uns entsprechen würde. Damit werden wir dem Bauamt der Gemeine dann einen Besuch abstatten.

Nachdem wir dann wieder zu unserer Wohnung gekommen sind, haben wir die Grundrisse vom EG, OG und UG durchgesprochen. Hier hatten wir nur sehr wenige Änderungen zum Original. Z.B. wo kommt der Kamin hin, Durchbruch in der Küche, aus dem WC wird ein Abstellraum und aus dem Technikraum wird WC/Dusche und zuletzt auch noch einige Fensterverschiebungen bzw. Fenstereinplanungen (ein Fenster im Treppenhaus im OG und ein zusätzliches Fenster in WC/Dusche). Das UG entspricht in etwa dem OG und dem geänderten WC/Duschbereich aus dem EG. Da wo jetzt der Abstellraum ist ist später ein Kellereingang von aussen. Ansonsten wurde nur noch ein kleiner Knick im Süden eingeplant, damit die Räume in etwa gleich groß sind. Den Flurbereich im UG werden wir mit wärmedämmenden Estrich auslegen und dann auch noch mit einer Innendämmung versehen, da es sich ja um ein offenes Treppenhaus in den Wohnbereich hoch handelt.

Zwischendurch hatte Fr. A. auch noch mit der Gemeinde telefoniert um nochmal wg. den Wandhöhen nachzuhaken. Die meinte dann dass sie schon mal 20 cm mit Baugenehmigungsverfahren genehmigt haben. Da wäre mir fast das Lachen ausgekommen, denn wenn ich mir den Bau diagonal unter uns ansehe sind das mal locker 50-70 cm mehr.

Jetzt heißt es erst mal abwarten. Die nächste Zeit dürften wir Kopien der Unterlagen zugesandt bekommen, die im Planungsgespräch erarbeitet wurden. Ich denke dass wir diese wieder unterzeichnen und zurücksenden müssen. Dann wird es schätzungsweise 6-8 Wochen dauern bis die ersten Ausführungspläne erstellt sind (FingerHaus hat lt. Fr. A. zwar gerade erst wieder 3 neue Bauzeichner eingestellt aber der Schrank mit den Bauvorhaben quillt gerade über).

Da bei uns im Bebauungsplan etwas von wasserdichter Keller steht werden wir sicherheitshalber wohl doch ein Baugrundgutachten machen lassen. Das soll in etwa 500 EUR kosten – das soll es uns dann auch Wert sein.

An sich war es eine sehr angenehme Atmosphäre mit Fr. A.

Leave a Reply

You must be logged in to post a comment.